Die sensationelle Museums-Banane

Frankreichaustausch diesmal als „Drittortbegegnung“ in Saarbrücken

 

Text von der Online-Redaktion, Fotos von Neele Botterbrodt

 

„Jugendliche haben ja eigentlich keine Lust auf Museen, aber das Centre Pompidou in Metz fanden alle cool“, sagt Neele Botterbrodt, Französischlehrerin an unserer Schule. Vor Kurzem war sie mit 12 Schülerinnen und Schülern in der Jugendherberge in Saarbrücken eingemietet und hat sich dort eine Woche lang mit französischen Jugendlichen und ihren Lehrkräften getroffen. Insgesamt waren 25 deutsche und 25 französische Jugendliche dabei; neben unseren Mitfahrern war auch die IGS Flötenteich beteiligt. Die Französinnen und Franzosen kamen von unseren Partnerschulen in Montguyon und Montlieu-la-Garde aus der Nähe von Bordeaux.

 

Da Saarbrücken an der französischen Grenze liegt, konnte auch ein Ausflug nach Frankreich gemacht werden. Das Museum im französischen Metz war dann eins der Highlights: „Da hängt einfach eine Banane an der Wand, die Schüler konnten es kaum fassen“, lacht Botterbrodt. Und diese Banane gehört zum weltberühmten, millionenschweren Konzeptkunstwerk „Comedian“ von Maurizio Cattelan. Das Werk ist auch deswegen so berühmt, weil das Original bei Sotheby’s für über 6 Millionen Dollar versteigert werden konnte – und die Banane im Museum bereits mehrfach von Besuchern gegessen oder gestohlen wurde.

 

Alle zwei Jahre begleitet Frau Botterbrodt den Austausch unserer Schule mit Frankreich. „Bisher waren die Schülerinnen und Schüler immer in Gastfamilien untergebracht, und die französischen Jugendlichen kamen dann auch immer zum Gegenbesuch in eine Familie bei uns. Aber diesmal trafen wir uns in der Jugendherberge“, so Botterbrodt. In den Zimmern waren immer je zwei deutsche und zwei französische Jugendliche untergebracht. „Drittortbegegnung“ ist das Fachwort für diese Art der grenzübergreifenden Begegnung. Und die jeweils andere Sprache vertieft man so fast automatisch: „Die Kommunikation lief auf Deutsch, Französisch – und auf Englisch.“ Und sie sieht Vorteile dieser Art des Austauschs. So können daran auch Jugendliche teilnehmen, die bisher nicht mitfahren konnten: „Manchen Familien ist es nicht möglich, einen Austauchpartner bei sich aufzunehmen, weil sie in kleinen Wohnungen leben“, meint Botterbrodt. Und auch Schülerinnen und Schüler, die für den Aufenthalt in einer Gastfamilie zu schüchtern wären, trauten sich die Fahrt nun zu.

 

Neben den Ausflügen nach Frankreich und zur Völklinger Hütte gab es auch in der Jugendherberge Programm. So spielten die Jugendlichen unter anderem ein Sprachbingo und zeichneten Porträts des Gegenübers in einem „Sprachtandem“. „Das war echt witzig“, freut sich Botterbrodt. Und bei einer Stadtrallye in Saarbrücken gab es auch eine Hochtauschen-Challenge“: „Die Gruppen begannen mit einem Apfel oder einer Orange, und am Ende des Tages hatten sie sich zu Parfüms, Büchern und T-Shirts hochgetauscht“, ergänzt sie. Und natürlich gab es auch eine tolle Abschlussfeier mit Musik und Tanz.

 

In zwei Jahren findet dann der nächste Frankreichaustausch statt. Wird es wieder ein Jugendherbergsaufenthalt werden? Das steht noch nicht fest, so Frau Botterbrodt: „Ob wir im nächsten Durchgang wieder eine Drittortbegegnung machen oder einen klassischen Austausch, müssen wir noch überlegen. Das hängt auch davon ab, wie groß die Anzahl an Interessenten auf beiden Seiten ist.“