„Hier können Ideen entstehen“, ist sich Lea Hoffmann sicher. Die Neuntklässlerin der Integrierten Gesamtschule Wardenburg hat zwar schon eine Idee, welchen Beruf sie einmal ergreifen möchte. Aber die Ausbildungs- und Wirtschaftsmesse an der IGS nutzt sie, „um Neues herauszufinden“ und geht mit offenen Augen durch die Schule. Sie hat schon ein Praktikum als Malerin gemacht, das ihr gut gefallen hat, aber sie möchte sich gerne noch woanders ausprobieren. Und die Chance auf ein Ferienpraktikum sei auf der Messe gegeben. „Ich nutze die Messe als Chance“, sagt Lea.
Damit folgt sie dem Rat, den Landrat Dr. Christian Pundt den Schülerinnen und Schüler zum Auftakt der Messe in seiner Eröffnungsrede gegeben hat. „Kümmert euch und informiert euch“, hat er an die Jugendlichen appelliert. Für ihn ist die Messe eine tolle Veranstaltung, natürlich ist auch der Landkreis mit einem Stand vertreten und stellt sich vor. 47 Betriebe sind gekommen. Darüber freut sich Diana Bothe-Schwerter, Leiterin des Fachbereichs Arbeit/Wirtschaft/Technik und Berufsorientierung, die diese Messe erstmals organisiert hat. Drei Monate haben die Vorbereitungen gedauert. Sie haben sich gelohnt.
Die Schülerinnen und Schüler sind gut vorbereitet auf der Messe unterwegs. Die fünften und sechsten Klassen absolvieren eine Rallye, die Jungen und Mädchen aus den Klassen sieben bis zehn haben ziemlich konkrete Aufgaben und Fragen auf ihren Bögen stehen, mit denen sie die Standbesatzungen ausquetschen.
Dazu gehört Martina Freyberg vom Unternehmen Butt aus Großenkneten, das unter anderem Verladerampen und Hallentore produziert und Metallbauer ausbildet. Das „Ausbildungsquartett“ der Firma, das den Stand betreut, verteilt Prospekte und bietet die Möglichkeit, mit einem Schraubenschlüssel aktiv zu werden oder einen Schweißhelm aufzusetzen. „Wenn wir etwas zeigen können, dann kriegen die Bock“, berichtet Martina Freyberg über die Erfahrung mit Ausbildungsmessen. Und so wird auch der eine oder andere Praktikumsplatz auf einer solchen Veranstaltung festgezurrt.
Gleich mehrere Berufe bietet die Gemeinde Wardenburg, für die eine solche Messe natürlich Heimspiel und Pflichtveranstaltung zugleich ist, wie Ilka Weets sagt. Berufe in der Verwaltung, den Bädern, der Kinderbetreuung oder dem Bauhof kann die Gemeinde bieten. Das zieht viele Schülerinnen und Schüler an, was auch Bürgermeister Christoph Reents freut, der bei seinem Rundgang bei den eigenen Leuten Station macht. Immer wieder zieht David Nowak, Fachangestellter für Bäderbetriebe, Jungen und Mädchen an, wenn er an einer Puppe die Wiederbelebung zeigt und ausprobieren lässt. Dabei gibt das Lied von der Biene Maja den richtigen Takt vor.
Nicht nur Diana Bothe-Schwerter betrachtet die Messe als Erfolg, auch die Aussteller loben das Interesse der Schülerinnen und Schüler. Doch trotz der guten Resonanz wünscht sich die Lehrerin aber in zwei Jahren bei der nächsten Messe, dass beispielsweise Sparten wie die Gastronomie, Friseure, Kosmetik oder Tischler dazu kommen. Gleichwohl ist der Querschnitt durch die Berufswelt auch bei dieser Messe schon weit gefasst. Krankenhäuser, Handelsbetriebe, Handwerks- und Industriebetriebe aus der Gemeinde, Versicherungen, die Bundeswehr oder das Staatstheater nutzen die Chance, die die IGS ihnen bietet, um sich vorzustellen.