Projekte zum Holocaust-Gedenktag

IGS Wardenburg und Gemeinde erinnern an Familie Kugelmann

 

„Solange wir uns erinnern, sind wir Menschen“. Tief beeindruckt vom Besuch der Gedenkstätte Lager Sandbostel gab Safira Heyne aus dem 10. Jahrgang der Integrierten Gesamtschule Wardenburg ihren Mitschülerinnen und Schülern am Holocaust-Gedenktag, der an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 81 Jahren erinnert, eine wichtige Erkenntnis mit auf den Weg. An einem Projekttag beschäftigten sich die Jungen und Mädchen aller Jahrgänge mit den Gräueln des Nationalsozialismus, mit Ausgrenzung und der Mahnung, dass so etwas nie wieder geschehen dürfe. Zur Gedenkstunde in der Aula gekommen waren Bürgermeister Christoph Reents, Ratsmitglieder, Vertreter der Kirche und Mitglieder der Familie Schwarz vom Freundeskreis der Sinti und Roma, deren Angehörige von den Nazis verfolgt worden waren.

Die einzelnen Jahrgänge stellten vor, womit sie sich an diesem Tag beschäftigt hatten. Das Judentum war Thema im fünften Jahrgang, mit Anne Frank befasste sich Jahrgang 6. „Die Suche“ heißt ein Comic zur Judenverfolgung und zu Antisemitismus, der in Jahrgang 7 behandelt wurde. Plakate zu Jüdinnen und Juden aus dem Oldenburger Land gestaltete der 8. Jahrgang, im 9. Jahrgang bildete ein Film die Basis für die Beschäftigung mit dem Holocaust. Der 10. Jahrgang arbeitete das Thema Ausgrenzung unter anderem am Besuch der Gedenkstätte Lager Sandbostel auf.

Damit wurden sie den Worten von Bürgermeister Christoph Reents gerecht, der zu Beginn der Gedenkveranstaltung gemahnt hatte, die „Erinnerung wachzuhalten, damit so etwas in Deutschland nie wieder geschieht“. Musikalisch begleitete Schulchor, der die Lieder „Imagine“, „Hallelujah“ und „Sag mir, wo die Blumen sind“ sang, den von Andre Palloks organisierten und moderierten Projekttag.

Schon am Vormittag legten Vertreter der Gemeinde und der Schule Blumen an der Gedenkstätte am Kugelmannplatz nieder. Die jüdische Familie Kugelmann lebte in Wardenburg, war geachtet, wurde dann aber immer stärker ausgegrenzt, und 1940 lebte in Wardenburg kein Jude mehr.

Bürgermeister Reents rief dazu auf, die Werte der freiheitlichen Demokratie zu verteidigen. Ella Meyer-Abich und Ida Grotelüschen, Schülersprecherinnen, erinnerten an die Familie Kugelmann und machten deutlich, „dass auch wir als Schülerinnen und Schüler Verantwortung haben. Wir müssen unsere Stimme erheben, wenn Menschen ausgegrenzt werden“, so Ida Grotelüschen. Pastorin Imke Gießing zeichnete die Wege einzelner Mitglieder der Familie Kugelmann nach und forderte angesichts der stärker werdenden AFD dazu auf, sich gegen Ausgrenzung zu wehren und aufzupassen. Mit einer Gedenkminute für die Familie Kugelmann endete das Gedenken.