Diskussion gegen das Vergessen

Lena Nzume spricht mit Schülerinnen und Schülern der IGS

Wer entscheidet, was erinnert wird? Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, der am 27. Januar begangen wird,  eine wichtige Frage. In dieser Phase der deutschen Geschichte wurden Millionen Menschen ermordet, wurden Opfer des Rassenwahns und des Vernichtungswillens der Nationalsozialisten. Und doch gibt es Menschen, die diese Zeit verharmlosen wollen. Über Erinnerung,  Rassismus und was man dagegen tun kann, diskutierten Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 9 und 10 der Integrierten Gesamtschule Wardenburg mit der Landtagsabgeordneten Lena Nzume (Grüne) in der Vorbereitung auf den Gedenktag.

Die schwarze Deutsche aus Oldenburg machte zunächst in einem Vortrag deutlich, dass politische Bildung wichtig ist und Erinnerungskultur ein wesentlicher Aspekt ist, um „Lehren für jetzt zu ziehen“. Woher komme die Ideologie der Ausgrenzung und Abwertung von Menschen, die im Gegensatz zur demokratischen Idee der gemeinsamen Teilhabe stehe. Sie plädierte für eine vielfältige Gesellschaft, die sich auch in den Parlamenten besser als bisher abbilden müsse. Auch deshalb sei es nötig, politische Bildung zu ermöglichen und damit in der Schule früh zu beginnen.

„Man hat etwas mitgenommen, auch wenn es ein Schnelldurchlauf war“, so Nine Saathoff aus der 9a. Lea Hoffmann fand den Vortrag eine gute Grundlage für die Vorbereitung der Podiumsdiskussion mit der Politikerin, die nach einer Arbeitsphase in den Klassen begann.

„Wie kriegt man Jugendliche in die Politik?“, „Wer entscheidet, was erinnert wird?“, „Was kann man gegen Rechtsextremismus tun?“, Welche Probleme gibt es durch soziale Medien?“, „Warum wird die AFD nicht verboten?“, „Wie groß ist die Gefahr durch Linksradikale?“, waren Fragen, die die Jungen und Mädchen stellten. Und sie entwickelten Ideen. Sie plädierten dafür, Gedenkstätten öfter zu besuchen und die Führungen interessanter und moderner zu gestalten, auch sollten in Schulen mehr Filme zu  dieser Phase gezeigt werden.  „Man muss viel mehr zeigen, damit wir als Jugendliche mehr verstehen“, so eine Schülerin .

Damit stieß sie auf Verständnis bei Schulleiter Carsten Kliegelhöfer, der moderierte. „Ihr braucht einen anderen Handlungsbezug als ich. Mir haben meine Großeltern noch aus der Zeit berichten können“. Er appellierte an die Neunt- und Zehntklässler, sich vorurteilsfrei mit Menschen und deren Überzeugungen auseinanderzusetzen und nicht mit vorgefertigten Meinungen zu arbeiten. Sehr beeindruckt von der Referentin, aber auch von den Schülerinnen und Schüler  war Lehrer Andre Palloks, der den Vormittag gegen die „Gefahr des Vergessens“ vorbereitet hatte.